Über das Projekt
Gemeinsam lernen, Geschichte verstehen und Zukunft gestalten.
Warum dieses Projekt?
Die deutsch-tschechische Grenzregion ist weit mehr als ein Gebiet zwischen zwei Staaten – sie ist ein gemeinsamer Lebensraum. Seit Jahrhunderten haben Menschen hier über Grenzen hinweg gearbeitet, gehandelt, gefeiert und gelebt. Städte und Dörfer, Familiengeschichten, Traditionen und Wirtschaftswege sind vielfach miteinander verbunden. Gleichzeitig hat die Geschichte auch Brüche hinterlassen: politische Umbrüche, Grenzziehungen, Vertreibungen und neue Trennlinien im Denken. Genau an diesem Punkt setzt CZ-D-Dialog an: Das Projekt stärkt Begegnung, Verständigung und Zusammenarbeit – und macht die Grenzregion zu einem Ort, an dem Zukunft gemeinsam gestaltet wird.
Gemeinsame Region, gemeinsame Geschichte
Wer durch Sachsen und Böhmen reist, begegnet überall Spuren eines jahrhundertelangen Miteinanders. Schon früh verbanden Handelsrouten und Märkte die Regionen: Holz, Glas, Textilien oder landwirtschaftliche Produkte wurden ausgetauscht, Handwerker und Händler waren unterwegs zwischen Städten und Grenzorten. Zum Beispiel in Regionen wie dem Erzgebirge prägten Bergbau und Handwerk nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur – grenzüberschreitend und über Generationen hinweg. Viele Orte waren geprägt von einem Nebeneinander von Sprachen und Traditionen: Deutsch und Tschechisch gehörten im Alltag häufig selbstverständlich dazu – auf Märkten, in Betrieben, im gesellschaftlichen Leben. Bis heute zeigen Feste, Bräuche und regionale Kultur, wie eng die Lebenswelten miteinander verwoben sind. Diese gemeinsame Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern Teil der Identität unserer Region. CZ-D-Dialog greift dieses Potenzial auf und macht es zum Ausgangspunkt für Austausch und gemeinsames Lernen.
Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
Grenzen sind heute nicht nur Trennlinien – sie sind Chancen. Gerade in Europa wird deutlich: Verständigung entsteht nicht von allein, sondern durch Begegnung, Dialog und gemeinsame Erfahrungen. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bedeutet, einander nicht nur aus der Ferne wahrzunehmen, sondern echte Kontakte zu schaffen: zwischen Schulen, Lehrkräften und vor allem Jugendlichen. Wenn junge Menschen gemeinsam Projekte gestalten, Orte erkunden oder miteinander diskutieren, verändert sich der Blick auf das Nachbarland. Aus „den anderen“ werden Nachbarn – mit ähnlichen Fragen, Hoffnungen und Lebenswelten. Gleichzeitig stärkt Zusammenarbeit wichtige Zukunftskompetenzen: Offenheit, Perspektivwechsel, Kommunikationsfähigkeit und demokratische Haltung. CZ-D-Dialog schafft dafür Räume, in denen Austausch nicht nur möglich, sondern selbstverständlich wird.
Ziele für Jugendliche und Lehrkräfte
Im Mittelpunkt des Projekts stehen Jugendliche und Lehrkräfte, die die Grenzregion aktiv erleben und gestalten sollen. Jugendliche bekommen die Möglichkeit, das Nachbarland als Teil ihres eigenen Lebensraums zu entdecken – nicht abstrakt, sondern konkret und erlebbar. Das kann bedeuten, gemeinsam historische Orte zu besuchen, die von deutsch-tschechischen Verbindungen erzählen, regionale Besonderheiten zu erforschen oder in Workshops über die Frage zu arbeiten, wie Zusammenleben heute gelingen kann. In Begegnungen mit Gleichaltrigen entsteht nicht nur Wissen, sondern echte Erfahrung: Sprache wird zum Werkzeug für Verständigung, Zusammenarbeit wird greifbar, und die Region wird als gemeinsamer Raum wahrgenommen.
Auch Lehrkräfte profitieren: Sie erhalten Impulse für grenzüberschreitende Bildungsarbeit, können Unterrichtsideen austauschen und tragfähige Partnerschaften entwickeln. Der Dialog über Methoden, Inhalte und Schulrealität auf beiden Seiten der Grenze eröffnet neue Perspektiven – und hilft dabei, Projekte langfristig in den Schulalltag zu integrieren. So entstehen Netzwerke, die über einzelne Veranstaltungen hinauswirken und Kooperation dauerhaft ermöglichen.
Unser gemeinsamer Auftrag
Die deutsch-tschechische Grenzregion ist geprägt von Nähe – geografisch, kulturell und historisch. Doch Nähe allein schafft noch kein Vertrauen. Verständigung muss wachsen: durch Begegnung, Offenheit und gemeinsame Erfahrungen. CZ-D-Dialog trägt dazu bei, Brücken zu bauen – zwischen jungen Menschen, zwischen Schulen und zwischen Nachbarn. Damit aus gemeinsamer Geschichte eine gemeinsame Zukunft werden kann.
Projektziele
Förderung von Dialog und Austausch
Der böhmisch-sächsische Grenzraum ist ein gemeinsamer Lebens- und Kulturraum: Menschen pendeln zwischen Sachsen und Böhmen, Vereine arbeiten zusammen, Schulklassen begegnen sich, Familien und Freundschaften reichen über die Grenze hinweg. Gleichzeitig gibt es im Alltag weiterhin Hürden – vor allem sprachliche Barrieren, fehlende Informationen oder zu wenige Gelegenheiten, sich regelmäßig auszutauschen. Genau hier setzt das Projekt CZ-D-Dialog an. Es stärkt den grenzüberschreitenden Dialog und schafft neue Räume für Begegnung – offen, respektvoll und auf Augenhöhe. Ziel ist es, Menschen, Initiativen und Institutionen im Grenzraum miteinander zu verbinden und den Austausch langfristig zu fördern.
Dabei orientiert sich das Projekt an konkreten Themen, die die Region bewegen: Wie gelingt Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Vereinen? Wie können Jugendliche beiderseits der Grenze leichter miteinander in Kontakt kommen? Welche Chancen bietet der gemeinsame Natur- und Kulturraum – etwa rund um den Nationalpark Sächsische Schweiz? Durch Dialogformate und Austauschangebote werden Erfahrungen geteilt, Vorurteile abgebaut und neue Kooperationen möglich.
Entwicklung von Materialien
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Bildungsmaterialien speziell für Schulen und Lehrkräfte, um die gemeinsame Geschichte des böhmisch-sächsischen Grenzraums altersgerecht, anschaulich und praxisnah zu vermitteln. Viele historische Entwicklungen – von Handel und Handwerk über Migration bis hin zu politischen Umbrüchen – lassen sich in dieser Region besonders greifbar erzählen. Das Projekt möchte dazu beitragen, dass diese Perspektiven stärker in den Unterricht einfließen und junge Menschen die Region als gemeinsamen Erfahrungsraum verstehen.
Die Materialien werden so gestaltet, dass sie im Schulalltag gut einsetzbar sind: mit klaren Unterrichtsbausteinen, Aufgabenformaten, Quellen und Impulsen für Diskussionen. Dabei geht es nicht nur um historische Fakten, sondern auch um Fragen von Erinnerungskultur, Identität und Nachbarschaft: Was verbindet Sachsen und Böhmen? Welche Ereignisse wirken bis heute nach? Und wie kann aus Geschichte ein gemeinsamer Blick in die Zukunft entstehen?
Die Unterrichtsmaterialien richten sich an verschiedene Klassenstufen und eignen sich für unterschiedliche Fächer – insbesondere Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik/Religion, Deutsch sowie fächerverbindende Projekte. So entstehen konkrete Werkzeuge, die Lehrkräfte unterstützen und gleichzeitig Schülerinnen und Schüler motivieren, sich aktiv mit der Region und ihren Geschichten auseinanderzusetzen.
Aufbau eines digitalen Begegnungszentrums
Damit Austausch nicht nur punktuell stattfindet, sondern dauerhaft möglich wird, baut CZ-D-Dialog ein digitales Begegnungszentrum auf. Dieses Zentrum ist ein zentraler Online-Ort, an dem sich Menschen aus Sachsen und Böhmen informieren, vernetzen und austauschen können – unabhängig von Entfernung, Zeit und organisatorischen Hürden.
Das digitale Begegnungszentrum bündelt Angebote und macht grenzüberschreitende Zusammenarbeit sichtbar: Interessierte finden dort Informationen zu Projekten und Veranstaltungen im böhmisch-sächsischen Grenzraum, können Kontakte knüpfen und sich über Erfahrungen austauschen. Gleichzeitig werden dort die im Projekt entwickelten Materialien bereitgestellt und für die Praxis zugänglich gemacht. Ergänzt wird dies durch digitale Formate wie moderierte Online-Gesprächsrunden oder thematische Austauschtreffen, die neue Begegnungen ermöglichen – zum Beispiel zwischen Engagierten aus Vereinen, Schulen oder Kommunen beiderseits der Grenze.
So entsteht ein lebendiger, offener und moderner Begegnungsraum, der die Nachbarschaft stärkt, neue Kooperationen anstößt und langfristig dazu beiträgt, den Grenzraum als gemeinsamen Handlungsraum zu gestalten.
Laufzeit des Projektes
01.10.2025 – 30.09.2028
Der CZ-D-Dialog ist als mehrjähriges Vorhaben angelegt und läuft vom 01. Oktober 2025 bis zum 30. September 2028. In diesem Zeitraum werden grenzüberschreitende Begegnungen, Austauschformate und gemeinsame Aktivitäten zwischen Partnern aus Deutschland und Tschechien kontinuierlich aufgebaut und weiterentwickelt. Die lange Laufzeit ermöglicht es, tragfähige Netzwerke zu stärken, neue Kooperationen zu initiieren und bewährte Formate nachhaltig zu etablieren. So entsteht Schritt für Schritt ein stabiler Rahmen für Dialog, Verständigung und Zusammenarbeit im deutsch-tschechischen Grenzraum – mit sichtbaren Ergebnissen für die Öffentlichkeit und langfristigem Mehrwert für die Region.
Interesse an Austausch und Zusammenarbeit?
Sie möchten mehr über das Projekt erfahren, sich beteiligen oder eine Partnerschaft aufbauen? Wir freuen uns über den Austausch mit Institutionen, Organisationen und engagierten Einzelpersonen aus Sachsen und Tschechien.